Die Zeitreise von Osnabrück

Die Zeitreise von Osnabrück

Osnabrück Marktplatz

Am Markt 15 Osnabrück

Wie jedes Jahr zieht es mich an diesem Tage in das Osnabrücker Land. Trotz des Corona Virus wollte ich mal was anderes sehen. So war mein Ziel der Mittelalterische Marktplatz von Osnabrück. Und dann ging es los.

Kurz nach dem Aufstehen habe ich noch die Akkus für das Handy geladen. Trinkflaschen gefüllt. Das Fahrradtrikot zwischenzeitlich gewaschen und zum Trocknen aufgehängt. In die Komoot App die Route eingegeben. Fahrrad bestückt und in Fahrtrichtung gestellt. Um 9 Uhr 45 habe ich Tschüß bis heute Abend gesagt und mich auf den Weg gemacht.

Die drei Flüsse Route

Entlang der Werre in Löhne fuhr ich gemütlich der Sonne entgegen. Morgens hatte es noch ein kurzen Schauer gegeben der nur ein paar Minuten andauerte. Landschaftlich ein Genuss für jeden Hunde- und Naturfreund. Kurzzeitig habe ich dann die alte Bahntrasse nach Kirchlengern genommen. Sie ist ein Teil des Else-Werre Radwegs. Schließlich kam ich in die alte Tabakstadt Bünde. Von dort ging es weiter in Richtung Bruchmühlen. Kurz vor Melle liegt ein kleiner Flugplatz direkt am Else-Werre Radweg. Die Strecke ist generell bei Flugverkehr mit einer Schranke versperrt. Hier gibt es eine Ampel mit Klingel. Diese sollte man auch benutzen, da eine unangemeldete Benutzung des Weges sehr gefährlich sein kann. Der Weg wird freigegeben sobald keine Gefahr mehr besteht.

Das Meller Rathaus

Meller Rathaus
Melle Rathaus

Im Jahr 1649 und 1720 fielen die ersten beiden Rathäuser einen Brand zum Opfer. Das daraufhin 1733 in einfacher Bauweise erbaute dritte Rathaus wurde 1908 abgerissen. Auf diesen Platz steht das heutige Rathaus.

Die Bifurkation in Melle Gesmold

Hier endet der Else-Werre Radweg. 49,9 km habe ich bis dahin zurückgelegt. Stramme Leistung. Der Heimatverein hat die Anlage mit ein paar Grillplätze für Jedermann schön gestaltet. Über kleine Trampelpfade kommt man zu den einzelnen Aussichtspunkten. Skulpturen schmücken diesen Ort und natürlich gibt es auch eine geheimnisvolle Sage wie die Else entstand. Links abgebogen und von da an ging es durch das Hasetal, das zwischen Melle und Bissendorf liegt. Entlang der Hase ging es nach Osnabrück.

Für ein paar wenige Fotos habe ich einen Abstecher nach Schloss Ledenhof mit seinen Botanischen Garten gemacht. Mitten im Wald gelegen und umgeben von einem Schlossgraben voller Enten und Fische. Hier kann man gut verweilen und die Ruhe genießen. Da es im Privatbesitz ist durfte ich nicht alles fotografieren, gelohnt hat es sich für mich aber trotzdem.

Die letzten Kilometer nach Osnabrück

Von Schloss Ledenhof waren es noch gute 20 km zu fahren. Bis ich den Mittelalterischen Marktplatz von Osnabrück erreichte vergingen noch ein einviertel Stunden. Mit einem Powergel habe ich mir neue Energie geholt. Die Beine hatten wieder genug Kraft. Mein Weg führte mich durch viele kleinere Ortschaften. Die Hase lies mich nicht in Stich und zeigte mir den Weg bis zum Ziel.

Ankunft auf dem Mittelalterischen Marktplatz

Als erstes bin ich sofort in ein Cafe gestürmt und habe mir einen dicken Pott mit heißen Kakao und Sahne gegönnt. Mmmmmmh das war so gut. Gestärkt konnte ich dann auf eine geschichtliche Zeitreise von Deutschland und den Niederlanden gehen. Denn in Münster und Osnabrück wurden die Verhandlungen für den Westfälische Frieden geführt. Lange hat es gedauert bis alle 6 Länder (Schweden, Spanien, Schweiz, Frankreich, Niederlande und das damalige Deutschland) eine Einigung finden konnten. Im Friedenssaal im Rathaus von Münster/Osnabrück wurden die Verträge unterzeichnet die den Frieden in Europa besiegelten. Der Vertrag regelte das Ende des 80 jährigen Unabhängigkeitskrieges in den Niederlande. 1648 wurde vielleicht der Grundstein für das heutige Europa gelegt. Der Westfälische Friedensvertrag wurde zum Vorbild für spätere Friedenskonferenzen, da er für die der Gleichberechtigung der Staaten stand. Gleichzeitig trug der pax universalis zur Stabilität Europas bei.

Verkündung des Westfählischen Frieden auf der Rahaustreppe von Osnabrück
Rathaus von Osnabrück

Und der Tag kam für die Menschen in Europa wo ihr Glauben und Hoffen auf ein besseres Leben kam. Denn an einen Herbsttag am 24.10.1648 wurde der Westfälische Frieden auf der Rathaustreppe von Osnabrück ausgerufen.

Die Rückfahrt nach Hause

Noch ein paar schöne Fotos gemacht. Noch einmal meine Tour Revue passieren lassen und ab zum Bahnhof. Mein Zug fuhr um 17.17 Uhr. Osnabrück kann man wirklich empfehlen. Da ich bis dahin 72 km gefahren bin hat mein lieber Schwager Frank mich vom Bahnhof abgeholt. Nicht erschöpft aber mit vielen tollen Eindrücken bin ich dann zuhause angekommen. Bis zu meiner nächsten Tour sage ich Tschüß und fahrt vorsichtig.

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