Der Weserradweg Teil 2

Der Weserradweg bis nach Bremerhaven 

von Beverungen nach Bodenwerder

Nach einer erholsamen Nacht und einem guten englischen Frühstück, stand Rucksack packen an. Da ich am Abend das Hotel sofort aufgesucht hatte, wurde der Stadtbummel durch Beverungen auf den Morgen verschoben. Bei sonnigen 18 Grad um 10.00 Uhr morgens, habe ich dann das Bremer Stadthotel verlassen. Eigentlich war die Rückfahrt mit dem Zug geplant. Es sollte von Beverungen nach Löhne gehen. Und dann kam alles anders, als ich den Wegweiser zum Weserradweg sah.

Beverungen eine Stadt an der Weser

Die Taschen sind wieder am Fahrrad angebracht und es steht fahrbereit in Richtung Innenstadt. Meine Getränkeflaschen waren so leer, das ich als erstes den Rewe angefahren habe. Ein kräftiger Schluck und dann ging es los. Als erstes ging es zum Marktplatz mit dem Rathaus. Klein aber fein wurde der Platz hergerichtet. Für hunderte von Radfahrern ist dies ein Anlaufpunkt, von dort aus kann man alles wunderbar besichtigen. Die kleinen Gassen mit ihren kleinen Läden bieten alles was die Weserkunst zu bieten hat. Schöne alte und gut erhalten Gebäude aus den verschiedenen Jahrhunderten sind ein wahrer Hingucker. Ich denke wenn in der Weihnachtszeit ein Weihnachtsmarkt stattfinden würde, sähe es bestimmt Klasse aus.

Beverungen die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist
St.-Johannes-Baptist-Kirche

Zwei Sehenswürdigkeiten hatte ich aber noch zu besuchen. Eines war der Neubau der St.-Johannes-Baptist-Kirche. Erbaut im 17. Jahrhundert durch die Baumeister Marcus und Karl August Weyrather aus Tirol. Das Altarbild wurde vom Kirchenmaler Johann Georg Rudolphi gemalt. Man kann sagen, dass es mit das älteste Gebäude in Beverungen ist.

Und jetzt geschah es. Ich habe den Wegweiser nach Bodenwerder gesehen. Entlang der Weser gar nicht soweit. Den Bahnhof hatte ich ab da an ganz vergessen. Mein letztes Ziel war das Alte Fährhaus von 1853. Urkundlich wurde der Fährbetrieb 1417 erwähnt. Die Anlegestelle für die Fähre befand sich etwas weiter stromab. Vor 170 Jahre stand dann der Bau des Fährhauses an. Die damalige Technik war das Beste in dieser Zeit. Selbst bei Hochwasser konnte man das andere Ufer trocken erreichen, indem die Fährmänner einfach eine kleine Gondel an das Seil hingen. So war die Überquerung kein Problem. Bis zum Bau der Weserbrücke 1902, hatte das Fährhaus den Bevölkerungen von Beverungen und Lauenförde gute Dienste geleistet. Dadurch konnten die beiden Städte einen regen Handel betreiben. Heute ist ist es ein tolles Lokal an der Weser.

Stromab bei herrlichem Sonnenschein

Die Sonne schien und ich fühlte mich gut. Da ich den Bahnhof sowieso vergessen hatte, bin ich weiter nach Bodenwerder gefahren. Was für ein Auflauf an E-Bikern die den Weserradweg befahren haben. Viele hatten einen ganz schönen Zahn drauf. Meine Flaschen waren ja gefüllt und so machte ich mich auf den Weg. Man kann sagen, die ersten 20 km ging es leicht bergab. Auf dem Weg zum 1. Stopp konnte man sich mit vielen älteren Urlaubern wunderbar unterhalten. Sie strahlten richtig als man mit ihnen ein kleinen Plausch abhielt. So habe ich Schloss Corvey in einer guten Stunde Fahrzeit erreicht. Jetzt machte ich erstmal meine Mittagspause, die hatte ich mir verdient.

Schloss Corvey liegt nicht weit vom Weserradweg entfernt inmitten des Weserberglandes. Seid 1716 gibt es dort auch die Corveyer Allee die das Schloss mit der Altstadt von Höxter verbindet. Ich wechselte die Bundesländer wie meine Westentasche. Denn die nächst größere Stadt war Holzminden in Niedersachen. Es gäbe zu viel zu erzählen um allen Stilepochen des Schlosses gerecht zu werden. Deshalb kommt hier ein Schnitt, seht euch einfach die Fotos an. Ein Ausflug wäre bestimmt mal interessant für all die Interessierten, denn es gehört seid 2014 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Hitzeschlacht auf den letzten Kilometern

Es war jetzt zirka halb drei und ich setzte die Fahrt fort. Die Sonne war fast auf ihren Höhepunkt angelangt, dass Thermometer zeigte 25,5 Grad an. Eine Flasche nach der anderen habe ich nun geleert. Wenige Schattenplätze waren auf dem Weg, wo man Halt machen konnte. Die Beine wurden schwerer, so habe ich mein Anfangstempo von 20 km/h auf 15 gedrosselt. Aber die 60 km sollten ja nicht in Sprint herunterfahren werden. Kluge Entscheidung. Jetzt spielte auch noch das Fahrradnavi verrückt, es stand kurz vor der Überhitzung. In der Zwischenzeit war ich in Holzminden angekommen, von dort waren es noch 30 km bis nach Bodenwerder. Durch die Baustelle in der Stadt habe ich noch eine kleine Stadtführung gemacht. Wer Hann. Münden oder auch Beverungen als Fachwerkstädte gut findet, ist genau richtig hier. Rechtzeitig habe ich noch ein schönes Schattenplätzchen an der Weser finden können.

Eine Radtour von Beverungen geht zu Ende

Durch ein sehenswertes Weserbergland und noch viele viele Pausen habe ich dann die letzten 30 km in Angriff genommen. Die Weser schlängelt sich wie eine Schlange durch die Natur. Und dann war es soweit die Flaschen leer, der Radfahrer stehend KO, kam ich schließlich in Bodenwerder an. Das Thermometer zeigte 27 Grad an, was für eine Wärme wenn man aus Beverungen kam. Wie am Anfang suchte ich mir dann einen Edeka Markt auf, kaufte mir Traubenzucker und genug Wasser und erholte mich.

Als es mit mir wieder bergauf ging habe ich dann den Busbahnhof aufgesucht. Ein netter Busfahrer nahm mich mit, es waren eigentlich keine Fahrräder im Bus erlaubt. Schließlich habe ich dann den Bahnhof von Hameln erreicht. Eine dreiviertel Stunde mit dem Zug und ich war in Löhne. Zwischendurch noch mit meiner Daniela telefoniert, sie kam mit Coco meinen großen Neffen und hat mich abgeholt. In 2 Tagen 120 km gefahren, 7,5 Stunden im Sattel gesessen und um viele schöne Eindrücke reicher bin ich dann zu Hause angekommen. Mal sehen was mich auf der nächsten Tour erwartet. Es geht von Bodenwerder nach Rinteln. Weserradweg Teil 1

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Bis dann und schöne Touren euer Christoph

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